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Nepomuk - Handgemachter Wohlklang ab Hof

Nepomuk - Handgemachter Wohlklang ab Hof

Martin Schmitzberger von der innviertler Verstärkermanufaktur Nepomuk erzählt im EUTOPIA-Interview, wie man vom Bauernhof aus sein nerdiges Hobby zum Beruf machen kann und wieso es Sinn macht, sich einen Nepomuk-Amp auf den Leib schneidern zu lassen.

 
Kannst du ein paar Worte über die Anfänge Nepomuks verlieren?

Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Erstens Eigenbedarf, dann der Mangel an Verstärkern, die vielfältig genug für unsere Anforderungen ausgestattet wären und deren Erschwinglichkeit. Und die Unzulänglichkeiten von verschiedenen Fabrikaten.

 
Wie kam es zu dem eigentümlichen Namen?

Eine lange Geschichte, die mit der Band von meinem Bruder Wolfgang, Alkohol & einem „Marterl“ des Brückenheiligen zu tun hat.

Wie gestaltet sich die aktuelle Situation: ist es noch ein Hobby oder schon ein Nebenjob?

Wir sind gerade in der Übergangsphase. Das Wichtige und Schöne ist ja, das Hobby zum Beruf zu machen.

Wie viele Personen sind bei der Produktion eines Amps involviert?

Eigentlich viele, aber genau weiß man das nicht. Soll heißen, wir haben gewisse Arbeiten ausgelagert. So werden manche Elektronikbaugruppen (gewisse Platinen) fremd-bestückt, Metallgehäuse fremd-gefertigt und -beschichtet, die Holzgehäuse von einem Tapezierbetrieb mit Leder bezogen, die Edelholzfrontblenden von einem Laser-Graveur beschriftet...

In der Nepomuk-Manufaktur sind dann zwei Personen mit der Fertigstellung der Elektronik und der Holzgehäuse, der Montage, Verkabelung, Prüfung und Einstellung der Verstärkerschaltung und der Endmontage des Verstärkers beschäftigt.

Wo befinden sich die Betriebshallen Nepomuks und wie sehen sie in etwa aus?

Ein extra dazu umgebautes Gebäude am elterlichen Bauernhof vereint Entwicklungslabor, Testraum, Studio, Amp-Fertigung, Tischler- und Fräswerkstatt zur Nepomuk-Manufaktur.

Für wen sind eure Amps besonders geeignet?

Unsere Verstärker und Boxen sind speziell für Gitarristen, die die „ehrliche“ Wiedergabe dessen wünschen, was sie mit ihren Fingern auf den Saiten vollführen. Sprich, der Verstärker reagiert auf die Spieldynamik, er „beschönigt“ nicht so sehr wie andere, wenn man unsauber spielt. Der Gitarrenton wirkt dadurch lebendiger, durchsetzungsfähiger.

Für Musiker, die viel mit zusätzlichen Effektgeräten arbeiten, bieten wir aufgrund der vielfältigen Ausstattung einiger Amps genauso eine Lösung, wie für Puristen.

Ein weiterer Nutzen für unsere Kunden sind die Möglichkeiten der kostengünstigen individuellen Ausstattung der Amps.

Wie viel ist tatsächlich Handarbeit, was muss man zukaufen?

Die Fertigung der Elektronik, Verdrahtung, Einstellung der Röhren, die Tischlerarbeiten (Holzgehäuse, Edelholzfrontblenden), das Tapezieren des Gehäuses, das Zusammenschrauben all dieser Teile ist Handarbeit.

Abgesehen von den Elektronikbauteilen und Rohmaterialien werden keine Fertigprodukte zugekauft.

Alle außerhalb unserer Firma gefertigten Produkte wie Metallgehäuse oder Transformatoren wurden von uns entwickelt oder entstehen nach unseren Vorgaben.

Welches Preissegment wird von euch bedient?

Je nach Produktsegment – vom kleinen, schlafzimmertauglichen Kofferverstärker bis zum 100W Topteil für große Konzerte – von ca. 900,- bis 2000,- EUR.

Wo kann man Nepomuk-Produkte erwerben?

Im Fachhandel bei ausgewählten Musikgeschäften (siehe unsere HP). Und für noch unerschlossenen Gebieten, sowie für Sonderanfertigungen direkt bei uns.

Welche Perspektive wünscht ihr euch für Nepomuk? Multinationales Unternehmen oder kleiner, feiner Betrieb oder etwas (mittelständisches) dazwischen?

Wir stehen auch für Vielfältigkeit und Flexibilität, deshalb ist unser Ziel ein kleines bis mittleres Unternehmen, wo jeder Mitarbeiter noch die Möglichkeit hat, sich persönlich einzubringen und Abwechslung am Arbeitsplatz statt Eintönigkeit angesagt ist.

Wir danken für das Gespräch. Weitere Infos auf www.nepomuk-amps.com